Das Portal zum Thema D&O Versicherung

D&O Versicherung

 

IT-Haftpflicht für Datenverlust

Eine IT-Haftpflichtversicherung kann vorbeugen und Schadensfälle aus einer fehlerhaften Programmierung oder wegen falsch angeschlossener Hardwarekomponenten gegen finanzielle Ansprüche absichern. Auch ein eventueller Datenverlust kann - als typischer Schaden in der IT-Branche - durch eine gute IT-Haftpflichtversicherung abgesichert werden. Allerdings sollte hier genau auf die Definition von Vermögensschäden geachtet werden. Denn es gibt beachtliche Unterschiede.

IT-Dienstleister benötigen Versicherung für berufliche Sonderrisiken

IT-Unternehmen und Freiberufler müssen sich ständig mit komplexen sowie teilweise komplizierten Produkten, Dienstleistungen und Tätigkeiten auseinandersetzen und werden dabei stets mit Innovationen innerhalb einer sich rasant wandelnden IT-Branche konfrontiert. Die deutlich gestiegenen Anforderungen rund um Ganzheitlichkeit, Erhöhung der qualitativen und quantitativen Kapazitäten, Geschwindigkeit sowie Sicherheit offenbaren aber auch eine große Bandbreite an möglichen Fehlerquellen. Gerade bei unbeabsichtigten Datenverlusten können IT-Dienstleister mächtig in die Zwickmühle geraten, da derartige Schäden weitreichende Folgen für die betroffene Firma nach sich ziehen können. Kein Wunder, dass gerade im IT-Bereich sogenannte Vermögensschäden inzwischen an der Tagesordnung sind, bei denen einem Unternehmen bzw. einem Dritten durch schuld- bzw. fehlerhaftes Verhalten finanzielles Ungemach zugefügt wird. Helfen kann hier eine IT-Haftpflichtversicherung, die berufliche Sonderrisiken absichern soll. Wichtig sind dabei die integrierten Klauseln, ob ein derartiger Kontrakt für einen umfassenden Versicherungsschutz ausreicht.

IT-Haftpflicht ist auch bei erheblichen Personenschäden nicht ausgeschlossen

Die Fehler, die zu Schäden führen können, sind im IT-Bereich weit gestreut. Die Verletzung von Urheberrechten durch die Verwendung von geschützten Inhalten oder sogenannte Namens- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen stehen dabei oftmals im Fokus. Mögliche Personenschäden werden demgegenüber kaum ins Kalkül gezogen, da diese zumeist eine untergeordnete Rolle spielen. Aber auch hier kann eine IT-Haftpflichtversicherung durchaus wertvoll werden. Wenn ein IT-Spezialist beispielsweise eine Steuerungssoftware für eine Krananlage falsch programmiert hat, dadurch die Anlage fehlerhaft arbeitet und ein Besucher von einem abrupt schwenkendem Zubehörteil verletzt wird, kann eine IT-Haftpflichtversicherung die monetären Folgen dieses erheblichen Personenschadens kompensieren. Auch bei einem diesbezüglichen Unfall mit Todesfolge kann eine IT-Haftpflichtversicherung unter gewissen Umständen einspringen. Versagt zum Beispiel die Steuerungssoftware eines Bahnübergangs aufgrund einer fehlerhaften Eingabe und verweigern demzufolge die Bahnschranken ihren Dienst, sodass ein Fahrzeug vom Zug erfasst und der Fahrer getötet wird, liegt ebenfalls ein Schadensfall für die IT-Haftpflichtversicherung vor. Gleiches gilt z. B. dann, programmiert man einen C-Bogen oder ein anderes Röntgengerät falsch. Kommt es hier infolgedessen zu einer zu hohen Röntgenstrahlung für den Patienten, kann auch hier die IT-Haftpflichtversicherung greifen.

Sachschäden und Vermögensschäden als Kriterium einer guten IT-Haftpflichtversicherung

Der entscheidende Unterschied im Hinblick auf eine herkömmliche Haftpflichtversicherung liegt aber nun darin, dass es im Umfeld einer IT-Firma oder eines IT-Dienstleisters seltener zu Personenschäden, dafür häufiger zu Sachschäden und vor allem zu Vermögensschäden kommt. Ein Sachschaden entsteht beispielsweise, wenn ein IT-Spezialist verschiedene Hardwarekomponenten nicht kompatibel zueinander anschließt; dann kann es in bestimmten Bereichen zu einer Überhitzung bestimmter Zubehörelemente kommen, was schließlich zu einem Defekt der gesamten Maschine, eines Druckers oder einer Anlage führen kann. Noch mehr Bedeutung in der IT-Branche kommt den sogenannten Vermögensschäden zu. Dieser Bereich sollte auf jeden Fall immer zwingend Gegenstand einer IT-Haftpflichtversicherung sein. Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass in der Versicherungspolice auch von einem "echten" Vermögensschaden die Rede ist und dieser abgesichert wird.

Auf die Absicherung von "echten" Vermögensschäden achten

ein IT-Dienstleister zum Beispiel ein Back-up-System unzureichend respektive fehlerhaft installiert, die betreffende Firma so keinen Zugriff mehr auf rückgesicherte Kundendateien hat und eine langwierige Datenrekonstruktion einhergeht mit einem immensen zeitlichen und finanziellen Aufwand, kann von einem echten Vermögensschaden gesprochen werden. Manchmal reichen die einfachsten Programmierfehler, um Aufträge platzen zu lassen, was oftmals Schadensersatzforderungen nach sich zieht. Gerade der Verlust von Daten wird versicherungstechnisch schnell immer mit der Forderung nach Schadensersatzansprüchen "beantwortet". Verständlich, denn das Vorhandensein und das zeitnahe Abrufen von Daten, Dateien und sonstigen Informationen kann über Wohl und Wehe eines Unternehmens entscheiden. Daher ist es zwingend notwendig, dass eine IT-Haftpflichtversicherung grundsätzlich auch "echte" Vermögensschäden abdeckt.

Auch wer im Bereich von Webdesign und Suchmaschinenoptimierung tätig ist, benötigt eine Vermögensschadenhaftpflicht, welche reine Vermögensschäden abdeckt. Gerade im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) können Vermögensschäden entstehen, wenn man Kunden die Suchmaschinenpositionen verschlechtert, anstatt Sie zu verbessern.

Exakte Überprüfung der Vertragsklauseln ist unabdingbar

Bevor eine IT-Haftpflichtversicherungspolice unterzeichnet werden darf, sollten die Versicherungsbedingungen akribisch studiert werden. Dort sind die Absicherungsmodalitäten definiert und beschrieben; wenn ausdrücklich keine "echten" Vermögensschäden Erwähnung finden bzw. die Definition von "echt" und "unecht" schwammig formuliert ist, hilft nur ein genaues Nachfragen. Ansonsten sollten die Finger tunlichst von einer IT-Haftpflichtversicherung ohne eine Absicherung "echter" Vermögensschäden gelassen werden. In einem solchen Fall würde die Versicherung nämlich nur die sogenannten "unechten" Vermögensschäden übernehmen. Und das ist nichts anderes als die Absicherung von Folgeschäden aus Sach- oder Personenschadfällen. Dann werden zwar in der Regel die Kosten für defekte Hardwarekomponenten übernommen, die möglichen Schadensersatzforderungen bezüglich eines fehlerhaften Updates oder einer lückenhaften Programmierung eines IT-Dienstleisters aber schlichtweg ignoriert und nicht abgesichert. Zudem sollte stets darauf geachtet werden, wie hoch die jeweiligen Versicherungssummen sind. Gerne benutzen einige Versicherungsunternehmen hier nämlich ein abgestuftes Modell mit deutlich reduzierten Versicherungssummen.



 

 

 

 

Impressum